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Album: Vybz Kartel – The Teacher’s Back
Nach einer etwa zweijährigen Pause seit seinem letzten Album „J.M.T.“, das 2006 über Greensleeves erschien, meldet sich der Hardcore-Dancehall-Artist Vybz Kartel eindrucksvoll auf Albumlänge zurück. Unter dem passenden Titel „The Teacher’s Back“ erscheint (vorerst nur auf dem japanischen Markt) ein Dancehall-Album, das die Bezeichnung „Album“ wirklich verdient hat.
100 % Big Ship
Zur Gänze von „Wunderkind“ Stephen McGregor für Big Ship Records produziert und von JVC Japan vertrieben, stellt „The Teacher’s Back“ ein von vorne bis hinten solide durchproduziertes Album mit Struktur dar – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Dancehall-Alben, die leider allzu häufig eher lieblos zusammengewürfelten Compilations längst bekannter Singles gleichen.
Die Themen sind vielfältig, auch wenn sich im Großen und Ganzen alles um die für Dancehall typischen Themen Frauen, Geld, Drogen und Gewalt dreht. Vybz Kartel versteht es jedoch, auf seine ganz eigene Art Geschichten zu erzählen und die hundertfach wiedergekäuten Themen in einer ausdrucksstarken und wortgewaltigen, gleichzeitig meist sehr expliziten Sprache zu behandeln, so dass beim Hören keinesfalls Langeweile aufkommt.
Probehören kann man das Album auf Imeem. Ein Vertrieb für Europa ist zur Zeit noch nicht bekannt.


Obama in Reggae und HipHop
Nachdem sich einige Herren aus der HipHop-, Reggae- und Dancehall-Szene bereits vor der Wahl für Barack Obama stark machten, scheint die Begeisterung auch nach der gewonnenen Wahl nicht abzuflauen. Vielmehr ist festzustellen, dass die Release-Dichte der Songs, die den ersten afro-amerikanischen Präsidenten der USA thematisieren, seitdem eher zugenommen hat. Von „Black Supremacy“ (Bugle) ist da die Rede, man freut sich über den „Black Man in the White House“ (Sizzla) und ist überzeugt, dass der Krieg bald ein Ende haben werde (Barrington Levy, Busta Rhymes & Kardinal Offishal).

Bild: Shepard Fairey, Obey
Von „Yes We Can“ bis „Vote Barack“
Bereits Anfang dieses Jahres starteten prominente Superstars Ihre Unterstützungskampagne für den damaligen Präsidentschaftskandidaten, unter anderem mit der Produktion „Yes, We Can“, das bis heute über 14 Millionen Mal angesehen wurde. Abseits der breiten Medienöffentlichkeit sprachen sich aber bereits damals viele andere HipHop und Reggae-Künstler für Obama aus. So unter anderem der jamaikanische Reggae-Veteran Cocoa Tea, der im Februar seine Single „Barack Obama“ veröffentlichte, die er jetzt auf Albumlänge ergänzte, oder die britische Gruppe Steel Pulse, ebenfalls von älterem Semester, die zur Wahl von Obama aufriefen.
„Dissing“ Political Enemies
Nicht ganz so pflegeleicht gab sich vor der Wahl die US-Rapszene. So ging Rapper Ludacris äußerst offensiv gegen Obama’s Gegner vor, nannte Präsident George W. Bush „geistesgestört“ und Hillary Clinton eine „irrelevant Nutte“. LL Cool J und Wyclef Jean attackierten ebenfalls George W. Bush, wenngleich auf einer eher thematischen als persönlichen Ebene. Die radikalen Polit-Rapper Dead Prez sehen ganz in ihrer „All Politics is Evil“-Tradition auch Obama sehr viel skeptischer und produzierten einen Song, in dem sie kundtaten, dass Obama letztlich auch nicht viel besser als die Republikaner sei.
Mit Web und musikalischer Unterstützung zum Erfolg
Obama und seine Sprecher hatten alle Hände voll zu tun, Texte wie jene von Ludacris zurückzuweisen. Alles in Allem dürfte der Kampagne des designierten US-Präsidenten die Aufmerksamkeit aus der „Black Music“ Szene jedoch wesentlich mehr geholfen als geschadet haben, vor allem junge Bürger zu mobilisieren. Selbstverständlich ist die musikalischen Unterstützung nur als ein kleiner Teil der sehr breitenwirksam angelegten Internet- und vorallem auch Web2.0-Kampagne des Obama-Teams zu sehen. (Ein gut zusammengefasster Beitrag zum Online-Wahlkampf von Barack Obama erschien im Falter von vor zwei Wochen und findet sich jetz auf dem Blog von Ingrid Brodnig).