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„Arab Money“: Busta Rhymes zitiert Koranvers
Mit seinem neuen Hit „Arab Money“ sorgt der laut eigenen Angaben selbst muslimische US-Rapper Busta Rhymes durch die Zitation eines Koranverses für Kontroversen. Er selbst bedauert, dass er doch nur der arabischen Welt und ihrem Sinn für Geschäfte und Geld „Respekt und Anerkennung“ zollen wollte. Einige strenge Muslime erachten es jedoch als untragbar, Zeilen ihrer Heiligen Schrift in populärer Musik zu zitieren. In „Arab Money“ singt Ron Brownz im Refrain mit stark effektverzerrter Stimme „Bismillah ir-Rahman ir-Rahim, Alhumdulillahi Rabil A’lameen“ („Preiset Allah, den Herrn über die Welten, den gütigen, den barmherzigen„, Übers. laut.de), ein Zitat aus der ersten Sure des Korans.
Video: Busta Rhymes und Co bei Tim Westwood von BBC 1xtra
Obama in Reggae und HipHop
Nachdem sich einige Herren aus der HipHop-, Reggae- und Dancehall-Szene bereits vor der Wahl für Barack Obama stark machten, scheint die Begeisterung auch nach der gewonnenen Wahl nicht abzuflauen. Vielmehr ist festzustellen, dass die Release-Dichte der Songs, die den ersten afro-amerikanischen Präsidenten der USA thematisieren, seitdem eher zugenommen hat. Von „Black Supremacy“ (Bugle) ist da die Rede, man freut sich über den „Black Man in the White House“ (Sizzla) und ist überzeugt, dass der Krieg bald ein Ende haben werde (Barrington Levy, Busta Rhymes & Kardinal Offishal).

Bild: Shepard Fairey, Obey
Von „Yes We Can“ bis „Vote Barack“
Bereits Anfang dieses Jahres starteten prominente Superstars Ihre Unterstützungskampagne für den damaligen Präsidentschaftskandidaten, unter anderem mit der Produktion „Yes, We Can“, das bis heute über 14 Millionen Mal angesehen wurde. Abseits der breiten Medienöffentlichkeit sprachen sich aber bereits damals viele andere HipHop und Reggae-Künstler für Obama aus. So unter anderem der jamaikanische Reggae-Veteran Cocoa Tea, der im Februar seine Single „Barack Obama“ veröffentlichte, die er jetzt auf Albumlänge ergänzte, oder die britische Gruppe Steel Pulse, ebenfalls von älterem Semester, die zur Wahl von Obama aufriefen.
„Dissing“ Political Enemies
Nicht ganz so pflegeleicht gab sich vor der Wahl die US-Rapszene. So ging Rapper Ludacris äußerst offensiv gegen Obama’s Gegner vor, nannte Präsident George W. Bush „geistesgestört“ und Hillary Clinton eine „irrelevant Nutte“. LL Cool J und Wyclef Jean attackierten ebenfalls George W. Bush, wenngleich auf einer eher thematischen als persönlichen Ebene. Die radikalen Polit-Rapper Dead Prez sehen ganz in ihrer „All Politics is Evil“-Tradition auch Obama sehr viel skeptischer und produzierten einen Song, in dem sie kundtaten, dass Obama letztlich auch nicht viel besser als die Republikaner sei.
Mit Web und musikalischer Unterstützung zum Erfolg
Obama und seine Sprecher hatten alle Hände voll zu tun, Texte wie jene von Ludacris zurückzuweisen. Alles in Allem dürfte der Kampagne des designierten US-Präsidenten die Aufmerksamkeit aus der „Black Music“ Szene jedoch wesentlich mehr geholfen als geschadet haben, vor allem junge Bürger zu mobilisieren. Selbstverständlich ist die musikalischen Unterstützung nur als ein kleiner Teil der sehr breitenwirksam angelegten Internet- und vorallem auch Web2.0-Kampagne des Obama-Teams zu sehen. (Ein gut zusammengefasster Beitrag zum Online-Wahlkampf von Barack Obama erschien im Falter von vor zwei Wochen und findet sich jetz auf dem Blog von Ingrid Brodnig).