Wikipedia-Gründer Wales: „Die nächste Milliarde dockt an“
Der Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales prophezeit in einem Interview mit der „Zeit“ radikale Umbrüche in Internet, Kommunikation und Gesellschaft für die nächsten 5 bis 10 Jahre.
„In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird die nächste Milliarde ans Internet andocken: Menschen aus Indien, China, Südamerika und Afrika. Immer mehr werden weltweit ihre Stimme erheben. Die Preise für Kommunikation werden weiter sinken, viele werden öfter ein Handy in der Hand halten als eine warme Mahlzeit“, so Wales.
(via heise.de)
Serato wird zum Plattenlabel
Sozusagen als Nachtrag zum Geburtstag der Vinyl-Schallplatte eine etwas kuriose Tatsache: die meistverkaufte 12“ Platte der vergangenen 14 Jahre ist nicht etwa von Eric Clapton, Nirvana oder Gangstarr. Nein, es ist die Timecodevinyl für den Serato Vinyl-Emulator, der gewissermaßen als natürlicher Feind der Schallplatte gelten kann.
Eine weitere eher skurrile Entwicklung zeichnet sich ebenfalls bei Serato ab, dort will man jetzt ab nächstem Jahr in das Labelgeschäft einsteigen und ausgesuchte Werke auf den jeweiligen Rückseiten der Timecodevinyls veröffentlichen. Im Rahmen dieser „Serato Pressings“ soll also eine Collectors-Serie von Schallplatten entstehen, die auf einer Seite Musik enthält und auf der anderen Seite Timecode, um damit MP3s vom Computer emulieren zu können. Den Anfang macht das Label „Mad Decent“ mit dem Titel „Get Off“ von Diplo und Blaqstarr.
(via de:bug)
„Arab Money“: Busta Rhymes zitiert Koranvers
Mit seinem neuen Hit „Arab Money“ sorgt der laut eigenen Angaben selbst muslimische US-Rapper Busta Rhymes durch die Zitation eines Koranverses für Kontroversen. Er selbst bedauert, dass er doch nur der arabischen Welt und ihrem Sinn für Geschäfte und Geld „Respekt und Anerkennung“ zollen wollte. Einige strenge Muslime erachten es jedoch als untragbar, Zeilen ihrer Heiligen Schrift in populärer Musik zu zitieren. In „Arab Money“ singt Ron Brownz im Refrain mit stark effektverzerrter Stimme „Bismillah ir-Rahman ir-Rahim, Alhumdulillahi Rabil A’lameen“ („Preiset Allah, den Herrn über die Welten, den gütigen, den barmherzigen„, Übers. laut.de), ein Zitat aus der ersten Sure des Korans.
Video: Busta Rhymes und Co bei Tim Westwood von BBC 1xtra
Vinyl Comeback zum 60er

Bild: vinylretter.de
Dass Vinyl-Schallplatten unter Sammlern und DJs ungebrochenen Status und Ansehen genießen, ist kein großes Geheimnis. Abseits dieser Nischen könnte man aber angesichts des rasanten technischen Fortschritts, der – Prophezeiungen zufolge – auch die CD bald wieder vom Markt verschwinden lassen könnte und der weiten Verbreitung von Ipods und anderen MP3-Playern ein baldiges Aussterben der schwarzen Scheiben vermuten.
„Back To Black“
Dass dem nicht so ist, dass sich die Vinyl-Schallplatte 60 Jahre nach ihrer Erfindung im Gegenteil wieder steigender allgemeiner Beliebtheit erfreuen, lässt sich an steigenden Absatzzahlen von Abspielgeräten und Platten, aber auch an neuen Initiativen wie Universals „Back To Black“ erkennen. Im Rahmen dieser Aktion hat das Label über 70 Klassiker auf Vinyl neu aufgelegt, unter anderem von Bob Marley, Eric Clapton oder Marvin Gaye. Mit dem Kauf einer Schallplatte erwirbt man gleichzeitig die auf der Website abrufbaren Downloads der enthaltenen Songs. Vorbildlich.
Auf 60 weitere Jahre.
(via Standard)
Chomsky: „Ein Hoffnungsteam der Übeltäter“

Bild: Wikipedia
In einem Kommentar der NY Times, der in der Wochenendausgabe des Standard erschien, äußert sich auch Noam Chomsky, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, zur Regierung des designierten US-Präsidenten Barack Obama.
Erwartungsgemäß sieht Chomsky das Team sehr kritisch, er outet die meisten wirtschaftlichen Berater Obamas sowie seinen Vize Joe Biden und Stabschef Rahm Emanuel unter Berufung auf Wirtschaftsexperten als Mitschuldige der momentanen Finanzkrise. So zitiert er Jonathan Weil von der „Bloomberg News“, der der Meinung ist, dass „viele von ihnen eigentlich als Tatzeugen vorgeladen werden müssten und nicht Plätze im inneren Kreis um Obama erhalten sollten“.
Chomsky ortet eine große Gefahr für die US-amerikanische Wirtschaft im äußerst ineffizienten Gesundheitssystem, das er als „schlafendes Monster“ bezeichnet, dass das „Nationalbudget zu sprengen droht, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen.“
(via derstandard.at)
Vilimsky und der „Taser“
FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hat sich unter Beisein des „Kurier“ einem Selbstversuch mit einer Elektroschockpistole unterzogen, um deren „Ungefährlichkeit“ und somit Einsetzbarkeit im Justizvollzug zu beweisen.
Von den realen Bedingungen eines Einsatzes einer solchen Waffe unterschied den Versuch in der FPÖ-Parteizentrale lediglich die kontrollierte Verwendung, die weiche Matte als Schutz vor dem Aufprall sowie die 2 Justizwachebeamte – übrigens nicht authorisiert – die Vilimsky festhielten. Sehr aussagekräftig also.
(via kurier.at)
(Florian Klenk hat auf seinem Blog einige Videos von tatsächlichen Einsätzen des „Tasers“ gepostet, die um einiges weniger ungefährlicher wirken als der FPÖ-Selbstversuch)
Sido nicht böse genug für Pro 7 Popstars?
Sido scheint nicht ganz das zu erfüllen, was sich Pro 7 von seiner Juryteilnahme bei der Casting-Show „Popstars“ erwartet – im Gegenteil, er gewährt lieber Einblicke in die Inszenierung der Show. So schreibt Peer Schrader im FAZ Fernsehblog: „Statt krasser Skandale gab’s höfliche Komplimente für die Kandidatinnen, und während Tanz-Coach Detlef „D!“ Soost alles unternahm, um in gewohnter Intensität Teenager fertig zu machen, die nicht die ganze Nacht seine „Moves“ geübt hatten, saß Sido da und blieb: fair.“
(via FAZ Fernsehblog)
Album: Vybz Kartel – The Teacher’s Back
Nach einer etwa zweijährigen Pause seit seinem letzten Album „J.M.T.“, das 2006 über Greensleeves erschien, meldet sich der Hardcore-Dancehall-Artist Vybz Kartel eindrucksvoll auf Albumlänge zurück. Unter dem passenden Titel „The Teacher’s Back“ erscheint (vorerst nur auf dem japanischen Markt) ein Dancehall-Album, das die Bezeichnung „Album“ wirklich verdient hat.
100 % Big Ship
Zur Gänze von „Wunderkind“ Stephen McGregor für Big Ship Records produziert und von JVC Japan vertrieben, stellt „The Teacher’s Back“ ein von vorne bis hinten solide durchproduziertes Album mit Struktur dar – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Dancehall-Alben, die leider allzu häufig eher lieblos zusammengewürfelten Compilations längst bekannter Singles gleichen.
Die Themen sind vielfältig, auch wenn sich im Großen und Ganzen alles um die für Dancehall typischen Themen Frauen, Geld, Drogen und Gewalt dreht. Vybz Kartel versteht es jedoch, auf seine ganz eigene Art Geschichten zu erzählen und die hundertfach wiedergekäuten Themen in einer ausdrucksstarken und wortgewaltigen, gleichzeitig meist sehr expliziten Sprache zu behandeln, so dass beim Hören keinesfalls Langeweile aufkommt.
Probehören kann man das Album auf Imeem. Ein Vertrieb für Europa ist zur Zeit noch nicht bekannt.


Wirtschaftskrise: Die Web 2.0 Blase
Nachdem zur Jahrtausendwende die große „Dot-Com-Blase“ platzte, steht nun die Befürchtung einer Wiederholung des Szenarios durch Überladung des Webs mit „Web 2.0 Angeboten“ im Raum, wie die Online-Ausgabe der deutschen „Wirtschaftswoche“ berichtet. Immer mehr Unternehmen versuchen den Einstieg in Soziale Netzwerke, Blogs und dergleichen – doch die wirtschaftlichen Zeiten werden auch im Netz härter. Vorallem die „Copycats“, also Nachahmer (die Größeren wie etwa „StudiVZ“ wohl ausgenommen) zittern jetzt um’s Überleben.
(via Freshzweinull)
Change oder doch more of the same?
Was schon seit Beginn der „Change“-Kampagne des designierten US-Präsidenten Barack Obama diskutiert wird, ist mit der Ernennung der Mitglieder seines Kabinetts wieder zu einem heissen Thema geworden: kann Obama wirklich an seinen Wahlversprechen festhalten und diese erfüllen oder muss er doch klein beigeben und all das „Change“-Gerede führt im Endeffekt doch zu „more of the same“? So meint etwa John Horvath auf Telepolis: „For some, the Obama cabinet is starting to look a little like the third Clinton administration.“
(via Telepolis)
